Die technischen Berufe der Land-, Bau- und Motorgerätetechnik unterliegen einem stetigen Wandel und technologischen Fortschritt. Die Digitalisierung, alternative Antriebssysteme und die zunehmende Vernetzung moderner Maschinen verändern die Anforderungen an Fachkräfte in Werkstätten und Betrieben. Um sicherzustellen, dass die berufliche Grundbildung auch künftig den Bedürfnissen der Branche entspricht, werden die bestehenden Ausbildungsinhalte überprüft und gezielt weiterentwickelt.
Das Ziel der Teilrevision ist es, die Lernenden optimal auf die Technologien von heute und morgen vorzubereiten. Dabei geht es nicht darum, die bewährten Grundlagen der Ausbildung umfassend zu verändern. Vielmehr sollen Inhalte, die in der Praxis bereits heute an Bedeutung verlieren überprüft und Doppelspurigkeiten bei den verschiedenen Ausbildungsstandorten reduziert werden. Die dadurch gewonnenen Kapazitäten sollen für Themen eingesetzt werden, die in der beruflichen Praxis zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Dabei spielen die Bereiche Diagnostik und elektronische beziehungsweise digitale Systeme eine wichtige Rolle. Moderne Maschinen verfügen heute über zahlreiche elektronische Steuerungen, Sensoren und digitale Assistenzsysteme. Fehler können oft nicht mehr ohne Diagnosesysteme und -softwaren erkannt und analysiert werden. Entsprechend wird die Fähigkeit, Fehler systematisch zu suchen, digitale Informationen auszuwerten und moderne Diagnosegeräte einzusetzen, für zukünftige Fachkräfte immer wichtiger. Deshalb sollen die Lernenden künftig vertiefte Kenntnisse im sicheren Umgang mit elektrischen Systemen erwerben. Gleichzeitig müssen sie die Zusammenhänge zwischen mechanischen, hydraulischen und elektronischen Komponenten verstehen, um komplexe Systeme fachgerecht warten und reparieren zu können.
Ein weiterer Schwerpunkt, der es bei der Teilrevision zu betrachten ist, ist die Hochvolttechnologie. In den Arbeitsgruppen aller Berufe herrscht Einigkeit darüber, dass in der Grundbildung zukünftig bestimmte Grundkompetenzen über diese Technologie vermittelt werden müssen. Wie umfangreich und tief diese Technologie in der Grundbildung behandelt werden sollen, wird in den nächsten Wochen erarbeitet. Bei diesem Thema gilt es besonders, die gesetzlichen Vorschriften und den Gesundheits- und Arbeitsschutz zu beachten.
Die laufenden Arbeiten der Arbeitsgruppen zeigen, dass die drei Berufe der Branche vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Dies ist vor allem in den berufsübergreifenden Grundlagen und Facharbeiten erkennbar. Wie hoch die Gewichtung der Kompetenzen des Sachgebietes Fertigungstechnik und des Themengebiets Stoffkunde sein soll, gilt es im laufenden Prozess der Teilrevision zu erarbeiten. Eine weitere gemeinsame Herausforderung, die es zu lösen gilt, sind die Umsetzungen von Staplerprüfungen und Kranausbildung. In den bereits durchgeführten Workshops zeigte sich jedoch auch, dass neben den allgemeinen Herausforderungen ein grosser Anteil davon doch sehr berufsspezifisch zu betrachten ist.
Betrachtet man die Land- und Baumaschinentechnik wird rasch klar, dass moderne Maschinen zunehmend digital vernetzt sind und mit einer Vielzahl elektronischer Steuerungen arbeiten. Digitale Maschinensteuerungen, Assistenzsysteme und GPS-gestützte Anwendungen unterstützen heute zahlreiche Arbeitsabläufe auf dem Feld und auf der Baustelle.
Auch im Bereich der Motorgerätetechnik verändern neue Technologien das Berufsbild. In vielen Bereichen ersetzen die Akkutechnologie konventionelle Antriebe, während automatisierte Lösungen wie Mähroboter oder andere autonome Geräte zunehmend zum Alltag gehören. Gleichzeitig rücken Kundenberatung und Dienstleistungskompetenz im beruflichen Alltag von Motorgerätemechanikern stärker in den Fokus.
Bis zum Ende dieses Jahres treffen sich die verschiedenen Arbeitsgruppen zu weiteren Workshops, um die erwähnten Themen zu bearbeiten. Dabei dient der 5-Jahres-Überprüfungsbericht der Kommission für Berufsentwicklung und Qualität (KoBeQ) als Kompass. Die Tätigkeiten aller Arbeitsgruppen werden durch die Steuergruppe begleitet, die aus Branchenvertretern und Mitgliedern der Berufsbildungskommission (BBK) besteht. Die KoBeQ wird regelmässig über den Fortschritt im Projekt informiert und gibt ihre Empfehlungen ab. Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen werden in einem nächsten Schritt von der Revisionsgruppe zu einem revidierten Bildungsplan zusammengefasst. Dieser Entwurf dient anschliessend als Dokument für die Anhörung der gesamten Branche. Die Branchenanhörung erfolgt mit der Unterstützung der regionalen Fachpräsidenten und dient der Einholung von Empfehlungen und Rückmeldungen von der Basis.
Begleitend zu den Tätigkeiten in den Arbeitsgruppen hat die Projektleitung mit Unterstützung der Steuergruppe den Antrag auf das Vor-Ticket beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) eingereicht. Mit dem Vor-Ticket wird das SBFI über die anstehende Teilrevision in unserem Verband informiert. Damit werden auch die zur Verfügung stehenden Bundesbeiträge zur Unterstützung der Bildungsrevision angefordert.
Der Start in das Projekt „Teilrevision go4future” ist mit den ersten Workshops im August und September 2026 gelungen. Die Mitglieder aller Gremien arbeiten mit grossem Elan und Interesse mit und sind daran interessiert, dass wir auch in Zukunft eine branchengerechte und hochwertige Berufsbildung umsetzen können. Die Projektleitung und die Steuergruppe koordinieren und unterstützen das Projekt, damit der Zeitplan und das Budget eingehalten werden können.